In diesem Artikel stelle ich den ACMER P3 48W vor – das aktuelle Flaggschiff-Modell von ACMER, das vorrangig durch seine geschlossene Sicherheitskabine, die innovative CoreXY-Kinematik und das leistungsstarke 48W-Lasermodul auf sich aufmerksam macht. Ob der geschlossene Desktop-Laser hält, was er verspricht, erfahrt ihr in dieser Übersicht.
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Technische Daten
Die folgenden Daten können der Beschreibung entnommen werden:
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Laserleistung | 48W / 24W (umschaltbar / modular) |
| Lasertyp | Blauer Diodenlaser (455 nm) |
| Spot-Größe | 0,09 × 0,1 mm (stimmt erwartungsgemäß nicht, siehe unten) |
| Arbeitsbereich | 400 × 400 mm (erweiterbar mit Auto-Conveyor auf 400 × 3000 mm) |
| Max. Graviergeschwindigkeit | 800 mm/s (48.000 mm/min) |
| Bewegungssystem | CoreXY-Struktur mit Linearführungen |
| Sicherheitsklasse | FDA Class 1 (Vollständig geschlossen) |
| Fokus-Methode | Autofokus + Manueller Fokus |
| Kamera | Integrierte HD-Kamera zur Positionierung |
| Anschlüsse | USB, Wi-Fi, SD-Karte |
| Unterstützte Software | LightBurn, LaserGRBL, ACMER Studio, MKSLaser App |
| Gerätegewicht | ca. 19 kg |
| Geräteabmessungen | 577 × 655 × 286 mm |
Bilder
Offizielle Herstellerbilder:









Bilder von meinem Modell und Unboxing:






























Besondere Features des ACMER P3 im Praxis-Check
1. Das 48W Lasermodul: Schneidleistung vs. 24W Gravur-Präzision
Das Herzstück dieses Lasers ist das umschaltbare bzw. modulare Diodenmodul. Es liefert im vollen Modus echte 48W optische Ausgangsleistung. Damit schneidet der Laser auch dickere Materialien. Ich empfehle allerdings, nicht über 12mm mit Diodenlasern allgemein zu schneiden, je dicker, desto mehr verrußen die Kanten und es sieht nicht mehr so schön aus. Durch die 48W kann der Laser aber auch noch dickere Materialien schneiden. Wer filigrane Gravuren bevorzugt, kann auf den präziseren 24W-Modus wechseln, der mit einer feineren Spot-Größe arbeitet.






2. CoreXY-Kinematik für High-Speed
Im Gegensatz zu klassischen kartesischen Diodenlasern, bei denen der schwere X-Achsen-Motor auf dem Portal mitfährt, nutzt der ACMER P3 eine CoreXY-Struktur. Die Motoren sind fest im Rahmen verbaut, was das Gewicht der bewegten Achse drastisch reduziert. Das ermöglicht extrem schnelle Beschleunigungen und Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 800 mm/s (48.000 mm/min) bei gleichzeitig hoher Präzision. Das sind allerdings Herstellerangaben. Auch wenn das theoretisch eventuell möglich wäre, in der Realität sind die Wege zu kurz und die Module zu schwer, sodass vielleicht Geschwindigkeiten bis ca. 300 mm/s (18.000 mm/min) nur im Optimalfall erreicht werden.
3. Integrierte HD-Kamera
Oben im Gehäusedeckel ist eine HD-Kamera verbaut. In LightBurn oder der herstellereigenen Software lässt sich so ein Live-Bild des Arbeitsbereichs (400 × 400 mm) anzeigen. Das erleichtert das exakte Ausrichten von Designs auf Reststücken oder unregelmäßig geformten Objekten ungemein – das manuelle „Framen“ entfällt fast komplett. Besonders gelungen: Im Laser ist ein USB-Hub verbaut, sodass trotz Kamera nur ein USB-Kabel benötigt wird!
4. Sicherheits- und Abluftkonzept
Als geschlossener Klasse-1-Laser verfügt der P3 über einen Sicherheits-Interlock: Sobald der Deckel während des Betriebs geöffnet wird, stoppt der Laser sofort. Zudem ist ein Anschluss für eine externe Absaugung vorhanden. Für den Betrieb in Innenräumen empfiehlt sich die Kombination mit einem Luftfilter, um Rauch und Gerüche direkt zu neutralisieren. Zu beachten ist auch, dass diese Sicherheitsvorkehrungen nicht deutschen/europäischen Normen genügen, sodass eine genaue Prüfung stattfinden sollte, ob der Laser für euren geplanten Einsatz geeignet ist. Eine Schutzbrille sollte trotz Gehäuse immer getragen werden (und wird auch mitgeliefert).
Montage / Aufbau
Der ACMER P3 bricht mit dem nervigen Trend stundenlanger Bastelarbeit. Die Maschine wird nahezu vollständig vormontiert geliefert („Out of the Box“).
Die wenigen Schritte bis zum ersten Start:
- Laser aus der Verpackung heben und auf einer stabilen Fläche platzieren, vier Schrauben im Boden entfernen.
- Innen Polstermaterial und zwei Winkel (Sicherung der X-Achse) entfernen.
- Das Lasermodul in die Halterung einschieben und mit den Rändelschrauben fixieren.
- Stromversorgung und Druckluftschlauch am Modul anschließen.
- Den mitgelieferten Abluftschlauch nach draußen führen oder mit dem Luftfilter verbinden.
- Die automatische Air-Assist-Pumpe (30 l/min im Lieferumfang enthalten) anschließen.



Der gesamte Aufbau dauert weniger als 10 Minuten. Weiter oben sind weitere Bilder von meinem Unboxing, in diesem Video wird es auch noch einmal von Acmer erklärt:
Einrichtung in LightBurn
Die Einrichtung in LB ist denkbar einfach. Man kann den Laser entweder einfach per Assistenten manuell hinzufügen, oder man nutzt einfach das von Acmer erstellte Profil und importiert das in LB. Das habe ich auch so gemacht, im Anschluss kann man dann die Einstellungen noch anpassen. Ich wollte nicht, dass der Laser nach jedem Durchgang nach hinten in die Mitte fährt (dort, wo der Lüfter allen Dreck hinzieht), und auch die Feuerfunktion war nicht korrekt eingeschaltet. Das habe ich korrigiert.





USB-Stick
Auf dem USB-Stick sind neben den Profilen auch noch Einrichtungsvideos, Beispieldateien, Parameterlisten und die nötige Software. Für einen fortgeschrittenen Nutzer sind die meisten Sachen nicht relevant, aber für den Einstieg können sie helfen.






Firmware-Parameter
Hier eine Übersicht über alle Standard-Firmwareparameter.
| Desc | Value |
|---|---|
| Step pulse (microseconds) ($0) | 10 |
| Step idle delay (ms) ($1) | 50 |
| X Step pin invert ($2) | 0 |
| Y Step pin invert ($2) | 0 |
| Z Step pin invert ($2) | 0 |
| A Step pin invert ($2) | 0 |
| X Direction pin invert ($3) | 0 |
| Y Direction pin invert ($3) | 0 |
| Z Direction pin invert ($3) | 1 |
| A Direction pin invert ($3) | 0 |
| Step enable invert ($4) | 0 |
| Limit pins invert ($5) | 1 |
| Probe pin invert ($6) | 1 |
| Status: Position reporting ($10) | Machine Position |
| Status: Show buffer data ($10) | 0 |
| Junction deviation (mm) ($11) | 0.009999999776482582 |
| Arc tolerance (mm) ($12) | 0.0020000000949949026 |
| Report inches ($13) | 0 |
| Soft limits ($20) | 0 |
| Hard limits ($21) | 1 |
| Homing cycle ($22) | 1 |
| X Homing direction invert ($23) | 1 |
| Y Homing direction invert ($23) | 1 |
| Z Homing direction invert ($23) | 1 |
| A Homing direction invert ($23) | 0 |
| Homing feed rate (slow) (mm/min) ($24) | 5000 |
| Homing seek rate (fast) (mm/min) ($25) | 5000 |
| Homing debounce (ms) ($26) | 250 |
| Homing pull-off (mm) ($27) | 1 |
| Max spindle speed (RPM), S-Value max ($30) | 1000 |
| Min spindle speed (RPM), S-Value min ($31) | 0 |
| Laser mode enable ($32) | 1 |
| X Steps per mm ($100) | 80 |
| Y Steps per mm ($101) | 80 |
| Z Steps per mm ($102) | 100 |
| A Steps per mm ($103) | 100 |
| X Max rate (mm/min) ($110) | 48000 |
| Y Max rate (mm/min) ($111) | 48000 |
| Z Max rate (mm/min) ($112) | 6000 |
| A Max rate (mm/min) ($113) | 1000 |
| X Acceleration (mm/sec^2) ($120) | 1200 |
| Y Acceleration (mm/sec^2) ($121) | 1200 |
| Z Acceleration (mm/sec^2) ($122) | 500 |
| A Acceleration (mm/sec^2) ($123) | 200 |
| X Max travel (mm) ($130) | 400 |
| Y Max travel (mm) ($131) | 400 |
| Z Max travel (mm) ($132) | 400 |
| A Max travel (mm) ($133) | 300 |
ACMER P3 Kamera kalibrieren in LightBurn
Vorweg gesagt: Die Kamera ist grundsätzlich zum Lasern nicht nötig. Oftmals ist das manuelle Positionieren schneller und einfacher. Aber je nach Anwendungsfall ist eine Kamera ein nettes Werkzeug, um sich die Arbeit zu erleichtern. Ich empfehle dir vorab, meinen ausführlichen Guide zur Kamera-Kalibrierung im Diodenlaser-Wiki anzuschauen, damit man die Funktion besser einschätzen kann.
Dem Laser liegt noch die veraltete Karte mit dem Punktmuster bei. Inzwischen empfiehlt LightBurn (und ich auch), das neue AprilTag-Muster zu nutzen. Daher habe ich dieses in A5 ausgedruckt und genutzt. Das neue Verfahren ist sehr viel stabiler und zuverlässiger.

Hier sind zwei Videos, wie die Einrichtung vonstattengegangen ist:
Ergebnisse
Spotgröße
Ich messe meistens zunächst die Präzision des Lasers. Um die effektive Schnittbreite zu ermitteln, nutze ich einen einfachen Test: Ich lasere neun Kästchen in einer Reihe, somit habe ich zehn Schnitte. Die Kästchen werden zusammengeschoben und der entstandene Spalt wird gemessen und durch zehn geteilt. Die Messung ist nicht super genau, aber gibt schon einen sehr guten Eindruck vom Spot. Diese Messung habe ich mit beiden Stufen des Moduls (normal, precise) gemacht, das Material war 4 mm Pappelsperrholz.





Damit komme ich auf folgende Ergebnisse: Normaler Laserspot: 0,23 × 0,3 mm, Einstellung „Präzise“: 0,21 × 0,23 mm. Das ist sehr weit entfernt vom Versprechen des Herstellers. Das habe ich auch so erwartet, weil bislang kein Hersteller eine wirklich korrekte Angabe gemacht hat. Daher sollte man sich davon auch nicht zu sehr abschrecken lassen, allerdings muss man auch sagen, dass dieses Modul da eher im unteren Feld angesiedelt ist. Ich hatte schon 60W-Module mit einem kleineren Spot.
Ich nehme auch immer gerne den LaserGRBL-Präzisionstest zum Vergleich auf. Die Ergebnisse sind wiederum sehr gut für die Leistungsklasse, bei niedrigen Leistungen macht sich der dicke Spot nicht so stark bemerkbar.


Hier sind noch einige Ergebnisse. Ich werde die Liste erweitern, sobald ich weitere Projekte abgeschlossen habe.











Troubleshooting
Bei meinem Gerät hat alles auf Anhieb funktioniert. Sollte es Probleme geben, gibt es eine Support-Seite von Acmer und eine Reihe Videos auf dem Youtube-Kanal. Hier das erste Video der Playlist zum P3:
Reviews/Videos
Hier eine Liste von weiteren Berichten zum Laser:
- https://techtechphil.de/acmer-p3-48w-ein-erstes-review/
- https://basic-tutorials.de/tests/technik-gadgets/acmer-p3/
Hier ein paar Videos von YouTube: