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Laser-Unterlagen

In letzter Zeit kamen viele Fragen zum Thema Laser-Unterlagen bzw. Wabenbetten / Honeycombs bei Facebook auf, daher habe ich mich entschlossen, hier ein paar Möglichkeiten zu zeigen, die sich dafür eignen.

Warum eine Laser-Unterlage?

Wenn man Materialien wie Holz schneidet, müssen die Rauchgase vom Material weggeführt werden. An der Oberfläche ist dafür in erster Linie der Air Assist zuständig. Dadurch werden Schmauchspuren an der Überseite fast komplett vermieden (bei einem ausreichend dimensionierten Air Assist). Durch den Air Assist werden alle Partikel und Gase nach unten gedrückt. Wenn das Material vollflächig aufliegt, schlägt sich der Dreck, Harze und Rußpartikel auf der Unterlage und dem Werkstück von hinten nieder, was nicht schön aussieht. Daher empfiehlt es sich, das Werkstück zu erhöhen, um dies zu vermeiden.

Grundsätzlich könnte man das Material einfach an den Ecken hochlegen, sodass es schwebt. Je nach Größe und Dicke kann es dann aber durchhängen oder anderweitig gewölbt werden. Daher gibt es verschiedene Ansätze für Unterlagen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Im Folgenden stelle ich ein paar Beispiele vor.

Hinweise: Alle Unterlagen müssen ebenfalls belüftet werden! Wenn man ein Honeycomb direkt auf eine glatte Unterlage stellt, können sich in den einzelnen Kammern Gase sammeln. Insbesondere bei Acryl sind die Dämpfe, die entstehen, entzündlich, wenn sie eine hohe Konzentration erreichen. Daher müssen die Dämpfe aus den Zellen nach unten entweichen können.

Wabenbetten / Honeycombs

Wabenbetten sind die am häufigsten verbreitete Variante. Sie sind recht günstig und bieten relativ viel Auflagefläche, sodass auch kleine Werkstücke nicht nach unten fallen, wenn sie ausgeschnitten wurden. Es gibt Modelle aus Aluminium und anderen Metallen, z.B. Eisen. Der wichtigste Unterschied dabei ist, dass bei eisenhaltigen Betten Magnete zum Halten der Materialien genutzt werden können, was oft sehr praktisch ist. Bei nichtmagnetischen Betten benötigt man Wabennadeln, um das Werkstück festzuhalten. Vorteil bei den meisten Honeycombs ist auch, dass sie eine feuerfeste Unterlage mitliefern, die man unten drunterlegen kann.

Nachteil ist, dass immer noch recht viele Auflagepunkte existieren, an denen sich der Dreck fangen und unschöne Spuren erzeugen kann.

Sculpfun hat als erster mir bekannter Hersteller ein Wabenbett im Angebot, das eine Absaugung der Luft nach unten erzeugt. Bei Gravuren hilft das nicht, aber beim Schneiden sollte der Rauch wesentlich besser abtransportiert und der Laserkopf geschont werden.

Gitter

Gitter verringern die Auflagefläche noch etwas mehr und sorgen damit für noch weniger Spuren auf der Unterseite. Dafür können kleine Werkstücke schneller hindurchfallen oder sich verkanten. Werkstücke lassen sich schlechter befestigen.

Beispiel von Link

Nieten-Unterlage

Nieten bieten so gut wie keine Auflagefläche, also nur minimale Spuren, dafür gibt es weniger Möglichkeiten, Werkstücke nach unten zu drücken (Magnete), und kleine Werkstücke fallen schnell durch oder verkanten sich.

Bild von A. Kluge

Magnet-Kugeln

Hier noch eine coole Idee von Torsten vom K40-Keller, ein Lochblech mit magnetischen Kugeln (Neodym-Magnetkugeln), die magnetisch auf der Unterlage haften und durch die Kugelform auch nur minimale Auflagefläche bieten. Man kann sogar von oben mit weiteren Magneten kontern, um Wölbungen auszugleichen.

Schrauben-Pins

Olaf hat im DeinLaserForum seine Variante gezeigt, die auch sehr einfach herzustellen ist:

Die Köpfe verschwinden im Wabengitter und die Schrauben werden gerade gehalten durch die große Unterlegscheibe.

Kühlschrank-Magnete

Kühlschrank-Magnete halten das Werkstück gut fest, es liegt quasi nicht mehr auf. Allerdings lassen sich Wölbungen nicht korrigieren.

Sonstige Unterlagen

Hier noch einige beliebte oder günstige Lösungen für Unterlagen.

Ikea

Ikea Edelstahl-Topfgitter, um die 5€: Link

Ofengitter

Jedwede Form von Ofenrost funktioniert, allerdings sollte es Edelstahl sein, keine Legierungen.

Dunstabzugshaube

Eine sehr raffinierte Variante ist, eine Dunstabzugshaube auf den Kopf gestellt zu nutzen. Somit hat man die Gitter als Unterlage und gleichzeitig einen Rauchabzug nach unten, der sehr effektiv ist.

Beispiel von Link