Hier ein kleines Projekt, das ich für Halloween gebaut habe. Die Inspiration kam von der Hannover Maker Faire. Dort hatten einige Spaces ähnliche Sachen ausgestellt. Da ich einige Nachfragen bekommen habe, wie sich das Projekt umsetzen lässt, habe ich hier diesen Artikel erstellt. Insgesamt ist das sehr einfach und kostengünstig und hat natürlich einen super Effekt. 🙂


Komponenten
Man benötigt nur einen ESP32 oder vergleichbaren Mikrocontroller, zwei runde Displays und natürlich das Teil, dem man Augen verpassen will. In meinem Fall ein Kürbis, aber es kann natürlich jede andere Form von Figur, Kopf oder Hut sein. Ich habe auch eine Variante mit einem Auge erstellt, für ein Buch nach dem Steampunk-Design. Die Elektronik kostet ca. 10€.
| ESP32 | https://de.aliexpress.com/item/1005006370388002.html |
| Displays (240×240 Pixel, GC9A01 Chip) | https://de.aliexpress.com/item/1005007852600354.html |
| 3D-Druck-Teile (hier: Kürbis) | https://makerworld.com/de/models/623029-halloween-skellington-pumpkin-2025-update-serev3d#profileId-547229 bzw. https://www.patreon.com/posts/137905126?collection=1697502 |
Software
Ich habe folgendes GitHub-Projekt als Basis genommen: https://github.com/dalori/ESP32-uncanny-eyes-halloween-skull. Dieses und die meisten anderen Projekte, die ich gefunden habe, benutzen eine Bibliothek, die ursprünglich von Adafruit stammt. Der Nachteil bei allen war allerdings, dass es nur Augen für 128×128 Pixel-Displays gab. Bei dem obigen Projekt gibt es immerhin für das normale Augenpaar eine größere Version für die 240×240 Pixel. Allerdings nur die Standard-Augen. Die anderen Varianten passen auch hier nicht. Also habe ich zum ersten Mal GitHub-Copilot getestet und mir den Code anpassen lassen. Das funktioniert erstaunlich gut, wenn auch nicht ganz perfekt. Aber für meine Zwecke hat es gereicht: Download-Link (Arduino-Projekt). Ich übernehme keine Garantie für volle Funktionsfähigkeit, aber ich konnte keine groben Darstellungsfehler entdecken.
Damit sich das Projekt kompilieren lässt, muss man die TFT_eSPI-Bibliothek installieren. Wichtig dabei ist, dass man nach der Installation im Ordner der Bibliothek in den Konfigurationsdateien den richtigen Display-Chip auswählen muss. Das passiert nicht im Arduino-Projekt und kann auch nicht live konfiguriert werden. Das muss manuell in der Bibliothek passieren! Die folgenden drei Dateien muss man sich mindestens anschauen und anpassen:

Ansonsten muss man dann nur noch den Ordner oben entpacken und kompilieren. In der Konfiguration des Projekts kann man dann die Augen auswählen, die man nutzen möchte.
Elektronik
Dann müssen nur noch die Displays an den ESP angeschlossen werden. Ich kann hier meine Pinbelegung angeben, aber die könnt ihr auch beliebig ändern:
| PIN | Display 1 | Display 2 |
| RST | IO04 | wie Display 1 |
| CS | IO22 | IO21 |
| DC | IO2 | wie Display 1 |
| SDA | IO23 | wie Display 1 |
| SCL | IO18 | wie Display 1 |
| GND | GND | wie Display 1 |
| VCC | 3.3V | wie Display 1 |
Wie man erkennen kann, werden die Displays parallel angeschlossen, nur der CS (Cable Select)- Pin wird einzeln angeschlossen, damit können die Displays dann getrennt angesteuert werden. Ich habe jeweils ein Flachband-Kabel an jedes Display gelötet und im Anschluss die Enden zusammen am ESP eingelötet. Das ging am schnellsten.
3D-Druck
Um den Kürbis zu erstellen, habe ich mir die Vorlage von oben heruntergeladen (bzw. das dort verlinkte Komplett-Paket von Patreon) und dann die beiden Augen ausgestanzt, als von der Form subtrahiert. Das habe ich direkt im Anycubi-Slicer gemacht, sollte aber auch in allen anderen Slicern direkt gehen.

Dann musste ich nur noch die Elektronik einkleben, und fertig ist der Kürbis. Mit einem kleinen Akkupack ist er dann auch mobil. Allerdings hält der Kürbis damit nur knapp 3 Stunden durch, die Bildschirme ziehen doch eine Menge Strom. Demnach würde ich entweder dimmbare Displays empfehlen, oder sie abzuschalten und vielleicht mit einem Bewegungsmelder zu aktivieren. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.



Buch-Variante
Ich habe dann noch eine weitere Variante erstellt, mit nur einem Auge, für ein Steampunk-Buch:



Das Buch ist gelasert, das Material Birkensperrholz. Die Platte über dem Auge ist ebenfalls 3D-gedruckt, da ich sonst keine gute Vorlage für ein Auge hatte.